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Informationen

Die Pfalz liest für den Dom

Jahresaktion 2016/2017 der Tageszeitung DIE RHEINPFALZ und der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer«

Das Motto ist quasi zu einer Marke geworden und erinnert an die großen Aktionen Die Pfalz läuft für den Dom mit dem Konradslauf von 2004 in Zusammenarbeit mit dem Sportbund Pfalz, Die Pfalz singt für den Dom von 2007 in Zusammenarbeit mit dem Chorverband der Pfalz und Die Pfalz malt für den Dom von 2010 und 2011 mit dem Riesen-Dom-Mosaik.

Rund um die wohl wichtigste Kulturtechnik, das Lesen, sind die Pfälzerinnen und Pfälzer vom Sommer 2016 bis Sommer 2017 aufgerufen, mit einer eigenen Veranstaltung aktiv zu werden. Zahlreiche Vereine, Einzelpersonen, Büchereien, Buchhandlungen und Schulen aber auch Autoren, Verlage und Weingüter haben zugesagt, spannende Lesungen, begeisternde Aktionen, Lese-Events und offene Lesewettbewerbe zu organisieren.

Wer eine Veranstaltung oder Aktion plant, teilt der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer« das Vorhaben mit. Die Veranstaltung erscheint dann im Veranstaltungskalender der RHEINPFALZ. Jede Person, jeder Verein, jedes Unternehmen kann mit einer eigenen Veranstaltung - auch mit einer bereits eingeführten Aktion - unter dem Dach von Die Pfalz liest für den Dom mitmachen. Die Erlöse dienen dem Erhalt des Kaiserdomes zu Speyer.

Schwert und Krone – Meister der Täuschung

Sabine Ebert liest in der Buchhandlung OSIANDER in Speyer

Dienstag, 21. März 2017, 20.00 Uhr

Bestseller-Autorin Sabine Ebert entführte in ihrem neuen historischen Roman mit dem Titel "Schwert und Krone – Meister der Täuschung" ihre Leser in die faszinierende Zeit des 12. Jahrhunderts. Sie entfaltete ein grandioses, erschütterndes und schillerndes Panorama, das auf verbürgten Ereignissen beruht. Sie erzählte bei der Lesung, wie Konrad  von Staufen durch eine geniale Intrige auf den Thron gelangte. In ihrer neuen epischen Mittelalter-Serie beleuchtet die Autorin den Aufstieg Barbarossas zu einem der mächtigsten Herrscher des Mittelalters.

Historische Komödie auf dem Hambacher Schloss

Nach einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1482

Sonntag, 12. März 2017, 19.00 Uhr

Auf dem Hambacher Schloss stellten Bernhard Weller und Götz Valter bei der zweiten Aufführung der historischen Komödie "Von einem der auszog ..." ihre Spielfreude erneut unter Beweis. Das Kabarettisten- und Schauspieler-Duo schlüpfte nicht in ihre traditionelle Rolle als "Spitz & Stumpf", sondern hatten sich die Reise des Speyerer Domvikars Bernhard Russ an den Kaiserhof in Wien im Jahre 1482 zum Thema gestellt.

Bernhard Weller und Götz Valter schlüpfen bei der zweiten Aufführung ihrer historischen Kömödie im voll besetzten Festsaal des Hambacher Schlosses wieder in acht verschiedene Rollen. Vor der Aufführung hatten die Besucher die Möglichkeit, im Restaurant 1832 am Hambacher Schloss stilvoll essen zu gehen.

RHEINPFALZ-Chefredakteur Michael Garthe schrieb am 13. Februar 2017 über das Stück: "Russ Strategie ist so hanebüchen wie genial. Weller und Valter schlüpfen in acht verschiedene Rollen. Valter mimt den Kaiser, der als 'des Heiligen Römischen Reiches Erzschlafmütze' galt, auf das Komischste. Die Kömödie ist rasant, klug und von Weller und Valter mitreißend gespielt."

Domvikar Bernhard Russ (Bernhard Weller) bei der Audienz vor dem Kaiser (Götz Valter).

Und darum geht es in dem Stück: Überzogene Steuerforderungen, Zahlungen von Schmiergeld, lange Dienstwege und exorbitante Dinestreisekosten ... Ganz modern mutet die Reise des Domvikars Bernhard Russ aus dem Bistum Speyer nach Wien an den Kaiserhof im Jahr 1482 an. Er hat den Auftrag, den Kaiser zu bitten, die "überzogenen" Steuerforderungen des Reiches an das verarmte Bistum zu reduzieren und den Kaiser dazu zu bewegen, den drohenden Gerichtsprozess wegen "Ungehorsams" abzuwenden. Und dabei erlebt er so einiges, das eigentlich kaum zu glauben, aber dennoch so passiert ist - und eine herrliche Vorlage für diese temporeiche Komödie liefert.

Nach der Audienz geht es ab nach Hause in die Pfalz.

Weitere Aufführungen: 29. April 2017: Kulturzentrum Altes Kaufhaus, Landau; 30. April 2017: Capitol, Limburgerhof; 1. Mai 2017: Festhalle Emichsburg, Bockenheim; 5. Mai 2017: Bürgerhaus Donnersbergblick, Ruppertsecken.

Weiber, Heldinnen und Power-Men

Eine musikalische Lesung

Freitag, 10. März 2017, 19.30 Uhr

Vier besondere Literatinnen, die auch über Speyer hinaus bekannt sind, lasen im Stifterbüro der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer«, Kleine Pfaffengasse 21, im Historischen Judenhof in Speyer aus ihren neuesten Werken.

Margit Kraus, Waldsee, besprach in ihrem Text das Leben der Jüdin Gertrude Stein.
Sabrina Albers, Speyer, las drei Geschichten aus ihrem Büchlein "Der Nebel in mir".

Zu dem langen, abwechslungsreichen und kurzweiligen Abend hatte Margit Kraus ins Stifterbüro der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer«, Kleine Pfaffengasse 21, im Historischen Judenhof in Speyer eingeladen. Sie hatte auch das Programm zusammengestellt, das unter dem Thema stand: "Weiber, Heldinnen und Power-Men". So stellten Autorinnen Heldinnen vor. Mitwirkende waren Margit Kraus, Autorin, Sprach-und Literaturwissenschaftlerin, Waldsee, Sabrina Albers, Autorin, Mitherausgeberin von Kettenhund und Initiatorin von kulturellen Veranstaltungen, Speyer, Birgit Heid, Autorin, Vorsitzende des Literarischen Vereins, Mitglied des deutschen Haiku-Vereins, Landau, Natascha Huber, Lyrikerin, Zweite Vorsitzende des Literarischen Vereins der Pfalz, Frankenthal, Dietmar Fuhr, Kontrabassist und Rockgitarrist, Sigmaringen und Kai Kraus, Musikproduzent, Autor, Mitherausgeber von Kettenhund, Singer/Songwriter, Speyer.

Birgit Heid, Landau, Vorsitzende des Literarischen Vereins der Pfalz, schlüpfte in die Rolle der Bertha von Suttner.
Natascha Huber, Frankenthal, las aus ihrem Buch "Die Nacht trägt Flutsplitter aus Malachit".

Gastmusikerin war Olga Harder, die "I see your smile" sang und ihrer verstorbenen Tochter widmete. Einer der besten deutschen Kontrabassisten des Modern Jazz, Dietmar Fuhr, gab Kostproben seines Könnens. Begleitet wurde die Lesung auf der Gitarre von Kai Kraus. Bei einem Glas Wein zum Abschluss des Abends lies sich trefflich über das Gehörte diskutieren.

Frauenrelevante Themen zum Weltfrauentag

Chansons Fatale

Mittwoch, 8. März 2017, 19.30 Uhr

Der neue weibliche Forschertrupp aus den Musiksümpfen Mannheims untersuchte mit viel Selbstironie und Heiterkeit (nicht nur) frauenrelevante Themen. Ob exzessive Schuhkäufe, Faltenkiller oder die Beseitigung überflüssig gewordener Liebhaber, das tägliche Fitnesstraining im städtischen Schwimmbad oder der Frisör des Vertrauens als Retter in der Not, alles was Frau so umtreibt wurde von Renate Kohl und ihren Damen mit ironischem Augenaufschlag bei ihrem Auftritt in der Weinstube Brennofen in Ilbesheim auf's Korn genommen.

"Der Wein ist ein vortrefflich Ding ..."

Gedichte und Geschichten zum Thema Wein 

Freitag, 3. März 2017, 19.00 Uhr

"Wer Wein trinkt, schläft gut. Wer gut schläft, sündigt nicht. Wer nicht sündigt, wird selig. Wer also Wein trinkt, wird selig" (Shakespeare).

Einer der historischen Weinkeller des Weingutes Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan in Deidesheim .

Im Rahmen der Aktion "Die Pfalz liest für den Dom" lud das Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan GmbH, Kirchgasse 10, 67146 Deidesheim zu einer literarischen Weinprobe in seine historischen Weinkeller. Die historischen Weinkeller stehen heute vornehmlich für den traditionellen Ausbau der Weine im Holzfass. Behutsam reifen die Kostbarkeiten im jahrhundertelang gewachsenen Sandsteingewölbe. Gegründet wurde das Weingut 1718. Im Jahr 1783 zog das Weinguts nach Deidesheim um, wo es noch heute seinen Stammsitz hat. Übrigens: 1820 bestellte Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) den von ihm öfters gelobten 1811er Bassermann-Jordan-Wein für einen Kuraufenthalt.

Stefan Werdelis, überzeugter Pfälzer und Protestantischer Pfarrer, begleitete durch den Abend.

Als Begleiter durch den Abend konnten die Veranstalter den Weinfreund und evangelischen Pfarrer Stefan Werdelis gewinnen. Werdelis begab sich auf eine literarische „Weinlese“ mit Gedichten und Geschichten aus mehreren Jahrhunderten zum Thema Wein.
Aus seinem reichhaltigen Fundus las Stefan Werdelis Texte, Gedichte und  Prosa und verführt den Zuhörer zum Lachen, Nachdenken und Geniessen. Sein lebendiger Vortrag zog das Publikum in seinen Bann und entführte die Zuhörer in längst vergangene Epochen der Menschheitsgeschichte, in denen, nachweislich, auch immer der Wein eine gewichtige Rolle gespielt hat.
Bekannte Persönlichkeiten kammen zu Wort, wie etwa Martin Luther, Wilhelm Busch, Salvador Dali und Jesus. So meinte etwa der Autor der Schatzinsel, Robert Louis Stevenson: „Wein ist Poesie in Flaschen“. Wenn da nicht ein Körnchen Wahrheit dran ist ... Oder Friedrich von Schiller: "Trink ihn aus, den Trank der Labe. Und vergiss den großen Schmerz! Wundervoll ist Bacchus' Gabe, Balsam für's zerrissne Herz!"

Zahlreiche Weinfreunde und Genießer folgten der Einladung des Weingutes Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan im Rahmen der Aktion "Die Pfalz liest für den Dom".

Stefan Werdelis ist überzeugter Pfälzer mit griechischen Wurzeln, Leidenschaftlicher Kulturflaneur zwischen den Welten, Sucher zwischen Literatur - und Rebzeilen, Sammler und Genießer von „Lesegut“ in Form von Büchern und Wein, Protestantischer Pfarrer und ehemaliger Militärseelsorger in Kosovo und Afghanistan. Bestandteil der literarischen Weinprobe war auch eine Kellerführung und dreiteilige Weinprobe, bei der gewiss niemand zu kurz kam.

Lyrik und Prosa in de Pälzer Mudderschproch

Lesung mit Matthias Zech

Donnerstag, 2. März 2017, 19.30 Uhr

Matthias Zech beim Signieren seines neuesten Gedichtbandes "Leewensfarwe" anlässlich seiner Lesung in der katholischen öffentlichen Bücherei St. Joseph in Speyer.

Mit bewegend lautmalender Lyrik und unterhaltsam hintergründiger Prosa in seiner "Pälzer Mudderschproch" brachte Matthias Zech die Zuhörer im bis auf den letzten Platz besetzten Saal der katholischen öffentlichen Bücherei St. Joseph in Speyer bei seiner Lesung zum Lachen und Weinen, zum Nachdenken und Schmunzeln. Bei Mundartwettbewerben in Bockenheim, Dannstadt, Gonbach, Alzey, Völklingen und auf der Sickinger Höhe war er in den letzten Jahren oftmals Preisträger. Beim Mundartwettstreit in Bockenheim zeichnete die Jury sein Gedicht "Eiszeit" mit dem ersten Platz aus. Matthias Zech wuchs mit fünf Geschwistern in Hambach bei Neustadt an der Weinstraße auf. Die Familiensprache war und ist Pfälzisch. Nach theologischen Studien in der Fremde, in Würzburg und Paris, lebt er seit zwei Jahrzehnten mit seiner Frau und drei Kindern in Speyer. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Regina Kaufmann auf der Querflöte.

"Ohrfeige"

Eine zentrale Frage unserer Gegenwart

Sonntag, 19. Februar 2017, 11.00 Uhr

Im Rahmen der Reihe "Erzähler der Welt" las Abbas Khider aus seinem neuesten Buch im Künstlerhaus in Edenkoben. Hans Thill, der Leiter des Künstlerhauses Edenkoben, moderierte die Veranstaltung zugunsten der Aktion Die Pfalz liest für den Dom. Zum Inhalt des Buches: Ein Flüchtling betritt die Ausländerbehörde, um ein letztes Mal seine zuständige Sachbearbeiterin aufzusuchen. Er ist wütend und hat nur einen Wunsch: dass ihm endlich jemand zuhört. Als Karim drei Jahre zuvor von der Ladefläche eines Transporters ins Freie springt, glaubt er in Frankreich zu sein. Bis dorthin hat er für seine Flucht aus dem Irak bezahlt. In Wahrheit ist er mitten in der bayerischen Provinz gelandet. – Er kämpft sich durch Formulare und Asylunterkünfte bis er plötzlich seinen Widerruf erhält und abgeschoben werden soll. Jetzt steht er wieder ganz am Anfang. Dieser ebenso abgründige wie warmherzige Roman wirft eine der zentralen Fragen unserer Gegenwart auf: Was bedeutet es für einen Menschen, wenn er weder in der Heimat noch in der Fremde leben darf? Über den Autor: Abbas Khider, geboren 1973 in Bagdad, wurde mit 19 Jahren wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman „Der falsche Inder“, es folgten die Romane „Die Orangen des Präsidenten“ (2011) und „Brief in die Auberginenrepublik“ (2013). Khider erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen: 2013 war er Stipendiat des Künstlerhauses Edenkoben, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Hilde-Domin-Preis geehrt. Für das Jahr 2017 ist er Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin.

Ist es Ihnen Recht - Eine Szenische Inszenierung

„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!" (Bertolt Brecht)

Freitag, 17. Februar 2017, ab 17.00 Uhr

Zum ersten Mal in der Geschichte des Landgerichtes Landau, Marienring 13, wurde dort Theater gespielt. Das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog der Universität Koblenz-Landau (ZKW) war am 17. Februar 2017 beim Landgericht mit seinem Theaterprojekt „Ist es Ihnen Recht?“ zu Gast und konfrontierte das Publikum mit der schicksalhaften Entscheidung über Recht und Unrecht. Der imposante historische Bau des Landgerichtes strahlt Kraft, Macht und Schönheit aus. Recht wird hier gesprochen – doch ist Recht auch immer gerecht? Wenn in der Gesellschaft die Unsicherheit wächst, wie dies aktuell der Fall ist, so wächst mit ihr auch die Bedeutung des Glaubens an eine starke und gerechte Justiz, die unser Zusammenleben stärkt und schützt. Auf genau diese sozialen und gesellschaftlichen Werte, deren Wahrnehmung und Einhaltung in unserer Verantwortung steht, wollte das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog mit dem Projekt „Ist es Ihnen Recht?“ aufmerksam machen. Die rund einstündigen szenischen Führungen durch das Gerichtsgebäude setzten sich mit der Komplexität der Rechtsprechung und der Gerechtigkeit mittels unterschiedlicher Theaterformen auseinander. In der realen Umgebung der Gerichtssäle erhielten die Texte von Martin Walser „Zeugen der Anklage“, Lutz Hübner „Ausnahmezustand“ und Bernhard Schlink „Der Vorleser“ eine bizarre Brisanz. Außergewöhnliche szenische Formen rund um das Material- und Objekttheater hinterfragten den Themenkreis Recht und Gerechtigkeit auf eine spannende und zugleich faszinierende Art, während Bewegungschoreografien die Zerrissenheit und Emotionalität des Ortes bebilderten. Aufgrund seiner fruchtbaren Zusammenarbeit mit außeruniversitären Institutionen ist das Zentrum- für Kultur und Wissensdialog der Universität Koblenz-Landau nicht mehr aus dem kulturellen Leben der Öffentlichkeit wegzudenken. Unter der Leitung von Privatdozentin Dr. Anja Ohmer bietet das ZKW seit 2010 kulturelle Veranstaltungen, sowie fachübergreifende Angebote für Studierende an und ist in den Bereichen der angewandten Kulturwissenschaft in Forschung und Lehre aktiv. Die Reihen „Große Begegnungen“, „Poetik Dozentur“ und „Poetry Slam“ ziehen ein großes Publikum an und suchen bewusst den Dialog zwischen der Universität und der Stadtöffentlichkeit. Seit 2014 ist das ZKW für den neuen Studiengang „Darstellendes Spiel/Theater" am Campus Landau verantwortlich. Die szenische Inszenierung ist eine Benefizveranstaltung für das Jahresprojekt „Die Pfalz liest für den Dom“ der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer« und der Pfälzer Tageszeitung DIE RHEINPFALZ. Das Theaterprojekt „Ist es Ihnen Recht“ ist eine Kooperation zwischen der Universität, Rotary und dem Landgericht in Landau. Die drei großen Institutionen haben sich für die gute Sache des Domes zusammengetan und diskutierten künstlerisch über Recht und Gerechtigkeit. Der Rotary Club Landau sammelte Spenden.

Geschichten und Gedichte aus Speyer

Lesungen in Lyrik, Prosa und Pfälzer Mundart

Donnerstag, 16. Februar, 19.00 Uhr

Birgit Heid (rechts), Henrike Supiran und Heinz Ludwig Wüst (links) lasen aus ihren Werken.
Die Sängerin Felicitas Boell präsentierte Eigenkompositionen zeitkritischer Songs.

Heinz Ludwig Wüst moderierte den Leseabend in der Stadtbibliothek "Villa Ecarius" in Speyer und trug eigene Arbeiten sowie den „Reschewormbluus“ vor.
Birgit Heid las erst kürzlich verfasste eigene Texte, unter anderem zu den im öffentlichen Raum in Speyer aufgestellten Kunstwerke.

Birgit Heid, Henrike Supiran und Heinz Ludwig Wüst lasen in der Stadtbibliothek in der Villa Ecarius in Speyer aus ihren Werken. Die Sängerin Felicitas Boell präsentierte Eigenkompositionen zeitkritischer Songs sowie die Erstaufführung des von Heinz Ludwig Wüst komponierten und getexteten „Reschewormbluus“. Bibliotheksleiterin Angela Magin dankte den Vortragenden dafür, dass sie zugunsten der Aktion Die Pfalz liest für den Dom auf ihre Gagen verzichten und bat die vielen Besucher um Spenden.

Thomas Lehr liest im Rahmen von SPEYER.LIT

Beitrag des Kunstvereins Speyer für die Leseaktion der RHEINPFALZ

Mittwoch, 15. Februar 2017, 20.00 Uhr

„Geht das so spannend weiter?“ fragte eine Zuhörerin nach der Lesung den Autor. Thomas Lehr schmunzelt und schweigt. Klar, das war eine rhetorische Frage aufgrund der empfundenen Spannung. Er vertröstete, man müsse bis zur Veröffentlichung des Buches im August warten. Aus diesem neuesten Buch, dem Roman „Schlafende Sonne“, las er rund eine Stunde lang. Im Kern geht es darum: Eine Künstlerin, vierzig Jahre alt, geboren und aufgewachsen in der ehemaligen DDR, unternimmt eine Reise nach Israel. Sie überlegt dabei, ob sie sich an einem Kunstprojekt beteiligt, das sich mit Grenzanlagen auseinandersetzen und beschäftigen soll.

Der gebürtige Speyerer Thomas Lehr las im Rahmen von SPEYER.LIT im Historischen Ratssaal für den Dom.
Fotos (3): Klaus Venus

Thomas Lehr, 1957 in Speyer geboren, lebt in Berlin. Er studierte zunächst Biochemie, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Für seine Romane wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. 2012 mit dem Marie-Luise Kaschnitz-Preis und 2015 mit dem Joseph Breitbach-Preis. Er ist Mitglied des deutschen PEN und der Akademie der Künste in Berlin.

Zu Beginn erinnerte Lehr daran, dass er als junger Mensch viele Stunden im Dom verbracht habe. Er verdanke dem Dom viel. Er bezeichnete das Bauwerk als „großes steinernes Zelt“. Beim Umherschweifen bekomme man ein Grundgefühl für das Astethische in der Architektur. „Der Dom ist ein Raum“, sagte er, „wo man außerhalb seiner Alltagsrealität zu sich kommen kann“.

Die Lesung war ein Beitrag des Kunstvereins Speyer für die Leseaktion der RHEINPFALZ. Initiiert und organisiert wurde der Abend vom bisherigen Vorsitzenden des Kunstvereins, Franz Dudenhöffer. Er dankte dem Speyerer Schriftsteller, dessen Eltern an dem Abend auch anwesend waren, mit einem Gebinde Domwein. Stolz hob Oberbürgermeister Hansjörg Eger bei seiner Begrüßung hervor, dass Thomas Lehr der einzige Speyerer sei, der es einmal auf die Titelseite des „Spiegel“ gebracht habe.

Der gebürtige Speyerer Thomas Lehr las im Rahmen von SPEYER.LIT im gut besuchten Historischen Ratssaal und beteiligte sich gleichzeitig an der Aktion Die Pfalz liest für den Dom, indem er auf sein Honorar verzichtete. Der Roman „Schlafende Sonne“ erscheint im August 2017 beim Hanser-Verlag.

Domwein für die Dom-Lesung. Franz Dudenhöffer, bisheriger Vorsitzender des Kunstvereins Speyer, überreichte dem Schriftsteller Domwein als kleine Dankesgabe. Auf die Initiative von Franz Dudenhöffer ging die Veranstaltung zurück.
Ehemalige Weggefährden, traditionelle SPEYER.LIT-Besucher und Freunde guter Literatur trafen sich im Historischen Ratssaal zur Lesung von Thomas Lehr.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Kunstverein Speyer und seinem bisherigen Vorsitzenden Franz Dudenhöffer sowie von der Buchhandlung Oelbermann. Der Eintritt kam der Aktion Die Pfalz liest für den Dom zugute.

Werkstatt für künftige Schriftsteller

Kaiserslauterer Schüler schreiben

Dienstag, 14. Februar 2017, und Mittwoch, 15. Februar 2017

Die zehn Halbfinalisten des schulinternen Schreibwettbewerbs der BBD II in Kaiserslautern bekamen Tipps von Sherko Fatah. Am Folgetag las Sherko Fatah vor 550 Oberschülern der BBS II im Kaiserslauterner Kammgarn.

Vun Weschzuwwer, Welscherhelzer un de weide Welt

Pälzer Gschichte un Gedichte

Freitag, 10. Februar 2017, 19.00 Uhr

Zu einem unterhaltsamen Abend hatte Regina Pfanger in das Museum Herxheim eingeladen. Pfälzer Geschichten und Gedichte standen auf dem Programm.

Matthias Zech las aus seinem neuesten Gedichtband "Leewensfarwe".
Regina Pfanger aus Herxheim organisierte die unterhaltsame Veranstaltung.
Leseabend im Museum Herxheim. Wolfgang Weis, Akkordeon, und Jakob Hilse, Klarinette, gestalteten den Abend mit den passenden Klängen.
 

schad devor
(von Matthias Zech)

frieherwu mer gekennt het

morschens
schun uffgschdanne

middags
schun widder fort

owends
schun eigschloofe

jetz
simmer alt

schad devor

Die Lesung bagann Matthias Zech, der in Neustadt-Hambach geboren wurde und heute in Speyer lebt. Er wurde vielfach für seine Dialektgedichte ausgezeichnet. Mit bewegend-lautmalender Lyrik und unterhaltsam-hintergründiger Prosa in seiner pfälzischen Muttersprache brachte er die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Nachdenken und Schmunzeln. Ein Beispiel aus seinem Gedichtband "Leewensfarwe", trug er vor (siehe oben). Regina Pfanger aus Herxheim, 2016 beim Bockenheimer Dichterwettstreit mit zwei Preisen prämiert, las aus ihren Texten, Prosa und Lyrik. Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet. Wolfgang Weis, Akkordeon, und Jakob Hilse, Klarinette, gestalteten den Abend mit den zu den Texten passenden Klängen. Ein Gläschen Wein in der Pause unterstützte gute Gespräche. Organisiert wurde die Veranstaltung von Regina Pfanger. Spenden kamen der Aktion Die Pfalz liest für den Dom zugute.

Reise des Domvikars Bernhard Russ an den Kaiserhof in Wien

Von einem, der auszog … Eine historische Komödie

Donnerstag, 9. Februar 2017, 20.00 Uhr

Bei Kaiser Friedrich III. in Wien soll Domvikar Bernhard Russ (dargestellt von Bernhard Weller links) für seinen Bischof gut Wetter machen.
Der Begleiter, Jäger Wendel (gespielt von Götz Valter links), lernt beim Heurigen die richtigen Leute kennen, die eine Audienz beim Kaiser für Domvikar Bernhard Russ einfädeln.

Überzogene Steuerforderungen, Zahlung von Schmiergeld, lange Dienstwege und exorbitante Dienstreisekosten? Ganz modern mutet die Reise des Domvikars Bernhard Russ aus dem Bistum Speyer nach Wien an den Kaiserhof im Jahr 1482 an. Der hat den Auftrag, den Kaiser zu bitten, die „überzogenen“ Steuer-Forderungen des Reiches an das verarmte Bistum zu reduzieren und den Kaiser dazu zu bewegen, den drohenden Gerichtsprozess wegen „Ungehorsams" abzuwenden. Und dabei erlebt er so einiges, das eigentlich kaum zu glauben, aber dennoch so passiert ist – und uns heute einfach nur zum Lachen bringt.

Trotz der Zahlung von Schmiergeldern des Legaten an die Hofschranzen kommt unser Domvikar nicht zur erhofften persönlichen Audienz. Zermürbt über das anhaltende Schweigen des Kaisers versackt er immer mehr in den Wiener „Heurigen“-Wirtschaften. Er kommt so weit herunter, dass er sogar Mitleid bei den höfischen Türstehern erweckt. Kurzum, aus einer kurzen Dienstreise wird ein Aufenthalt von fast einem halben Jahr und unser Russ verbraucht das ihm anvertraute Geld mit schlechtem Gewissen. Dabei lässt er sogar sein Tagebuch notariell beglaubigen, um zu beweisen, dass er alles getan habe, was möglich ist. Und dann erreicht er dennoch - buchstäblich über die Hintertreppe - sein Ziel und darf dem Kaiser seine Aufwartung machen. Die Audienz blieb aber ohne den gewünschten Erfolg.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten im ausverkauften Haus eine hinreißend turbulente Komödie mit Szenischer Lesung mit zwei Schauspielern in acht verschiedenen Rollen. Bernhard Weller und Götz Valter, die in diese Rollen schlüpften, sind in der Region bestens bekannt als Komiker-Duo Spitz & Stumpf. In der RHEINPFALZ vom 11. Februar 2017 hieß es: "Weller und Valter bilden ein Team voller Spielfreude ... (und sind) unglaublich wandlungsfähig. In Windeseile schlüpfen sie von einer Rolle in die andere, was das Stück dynamisch macht. Es ist eine Freude, ihnen zuzuschauen und zuzuhören - egal ob sie Hochdeutsch reden, breites Wiener Schmäh oder Pfälzisch. Sie verkörpern ihre Rollen so stark, dass sie nur wenige Requisiten benötigen".

Das Stück wurde eigens für die Aktion Die Pfalz liest für den Dom von Bernhard Weller geschrieben. Grundlage eine Vorlesung von Prof. Dr. Karl-Friedrich Krieger, Mannheim, und einem Bericht des Domvikars Bernhard Russ von 1482. Das Theaterstück im Alten Stadtsaal (Erdgeschoss) in Speyer war die Uraufführung. Es war sicher mutig und ein Experiment, eine solche Komödie, die auf einer wahren Begebenheit beruht, zu schreiben. Es ist Bernhard Weller trefflich gelungen.

Das geheime Leben der Bäume & Das Seelenleben der Tiere

Einblicke in ein geheimnisvolles Universum

Montag, 6. Februar 2017, 20.00 Uhr

Der renommirte Förster Peter Wohlleben las in der Osianderschen Buchhandlung in Neustadt.

"Der renommierte Förster Peter Wohlleben bringt Licht ins Dickicht der Wälder und gewährt überraschende Einblicke in ein geheimnisvolles Universum." So wurde die Lesung in der Buchhandlung Osiander in Neustadt, Kellereistraße 12 - 14, angekündigt. Humorvoll und anschaulich berichtete er von seinen jahrelangen Beobachtungen in Beruf und Freizeit, im Wald und im eigenen Zuhause. Zusammen mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden seine Geschichten zu informativen und überraschenden Büchern. Förster Peter Wohlleben las aus diesen Büchern, die die Welt der Bäume und das Leben der Tiere mit neuen Augen erscheinen ließen. Mit der Lesung unterstützte die Osiandersche Buchhandlung Neustadt die Aktion Die Pfalz liest für den Dom.

Do de Dom - Auftakt bei Speyer.LIT mit Michael Bauer

Wohl gesetzte Worte musikalisch untermalt

Mittwoch, 25. Januar 2017, 20.00 Uhr

Autor Michael Bauer begann seine Lesung im Alten Stadtsaal - wie sollte es anders sein - mit seinem Kultgedicht: "Do de Dom". Der Kurztext ist eine dadaistische Annäherung an die Speyerer Kathedrale, die in der Vergangenheit schon heftige Kontroversen ausgelöst hatte. "Do de Dom" wird in diesem Jahr 25 Jahre alt und ist inzwischen allenthalben akzeptiert. Der Text - live gesprochen vom Autor - war zweifelsfrei der erste Höhepunk des Abends.

Do de Dom - Speyer bei Nacht 
(von Michael Bauer)

Do de Dom
Do de Mond

Du, Dom do:
Do, doi Mond!

Do de Dom
Do de Mond

Du, Mond do:
Do, doi Dom!

Do de Dom
Do de Mond

Und do du.

Der 1947 in Kaiserslautern geborene Journalist begann seine Karriere nach einem Studium der Literaturwissenschaften in den 1970er Jahren als Liedermacher. Nach einer Lehre als Buchhändler und folgender Berufstätigkeit in Buchhandlungen wurde er Reporter, Redakteur und Autor. Als Radio- und Fernsehjournalist veröffentlichte er Hörspiele, Features und Glossen. Seit 2009 arbeitet er als Theaterdramaturg und Buchautor.

Michael Bauer las zum Auftakt der Reihe Speyer.Lit im Alten Stadtsaal in Speyer. Fotos (3): Klaus Venus
Musikalische Begleitung erhielt Michael Bauer von Andrea C. Bauer (Laute) und Wolfgang Schuster (Gitarre).

Michael Bauer bewies sich an dem Abend in Speyer einmal mehr als Mann der sorgfältig komponierten Worte, teils humorvoll, teils grotesk-satirisch, mal frech oder auch mal heiter. Auch purer Nonsens ist dabei. Der Umgang mit der Sprache ist seine Profession. Der Dichter liebt die Sprachmelange, formuliert gerne Hochdeutsch oder schweift ab ins Pfälzische.

Seine Gedichte richteten den Blick auf Themen wie Dom, Kirche und Spiritualität. Dabei waren die Texte des Satirikers nicht immer "leicht verdauliche Kost". Seine Texte kreisten aber auch um Probleme wie Krieg und Frieden oder um das Los der Geflüchteten. Er lässt mehrfach "de klääne Pälzer" zu Wort kommen und erzählte zum Abschluss von einer rauchenden Madonna auf einem Bildstöckel, das auf einem Acker im südpfälzischen Tabakdorf Herxheim steht.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger warb für die Reihe Speyer.Lit und für die Aktion "Die Pfalz liest für den Dom".

Unterstützt wurde der bekennende Pfälzer bei seinem poetisch-literarischen Abend von der Lautenspielerin Andrea C. Baur und dem Gitarristen Wolfgang »Blueswolf« Schuster. Die beiden hochkarätigen Künstler sorgten mit einfühlsamen Stücken im Zusammenspiel mit dem Poeten für einen harmonischen Dreiklang.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger warb zu Beginn des Abends im voll besetzten Alten Stadtsaal Speyer für die inzwischen zweite Veranstaltungsreihe der Stadt Speyer "Speyer.Lit - Lesung.Performance.Livemusik" mit neun Veranstaltungen in diesem Jahr. Der Erlös des ersten Abends sowie die Lesung von Thomas Lehr am 15. Februar 2017 kommen der Aktion Die Pfalz liest für den Dom zugute, sagte der Oberbürgermeister.

Brot und Wein

Achtteilige Themenweinprobe der besonderen Art

Freitag, 20. Januar 2017, 19.00 Uhr

Eugen Rau, der ehemalige Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Herxheim am Berg, las Anekdoten aus dem Buch „Der Weinpfarrer von Wachenheim“ vor.
Die Winzerin und pfälzische Weinprinzessin 2015/2016 Tanja Huber besprach die Weine.
Fotos (2): Thomas Wettstein
Die Probenliste zu Weinen und Brotspezialitäten. Thomas Wettstein von der Winzergenossenschaft Herxheim am Berg sagte einige Worte zu den Broten, die zu den Weinen gereicht wurden
 

Für die Aktion Die Pfalz liest für den Dom veranstaltete die Winzergenossenschaft Herxheim am Berg eine besondere Weinprobe mit ausgesuchten Weinen und Brotspezialitäten. Der ehemaliger Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Herxheim, Eugen Rau, las Geschichten und Anekdoten aus dem alten Buch von Autor Leopold Reitz „Der Weinpfarrer von Wachenheim“ vor. Thomas Wettstein von der Winzergenossenschaft sagte einige Worte zu den Broten, die zu den Weinen gereicht wurden, und Winzerin und pfälzische Weinprinzessin 2015/2016 Tanja Huber besprach die Weine (siehe Probenliste). Alles in allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung mit begeisterten Gästen.

Auf den Spuren schreibender Mönche

Entstehung von Sprache und Schrift

Mittwoch, 18. Januar, 15.30 Uhr

Oskar Palm demonstriert die Entwicklung der Schrift anhand einer Schautafel, die er verfasst und geschrieben hat.
Beispiel für eine perfekte Handschrift: Abgebildet ist die künstlerische Nachschrift eines Textes von Antoine de Saint-Exupéry.
Zur Lesung kamen auch viele interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer aus der ganzen Umgebung.

 

Bei seiner zweiten Veranstaltung im Rahmen der Aktion Die Pfalz liest für den Dom im GDA-Wohnstift in Trippstadt referierte Oskar Palm über die Entstehung von Sprache und Schrift und deren Entwicklung. Er präsentierte dabei von ihm handgeschriebene Bücher, wie sie auch von Mönchen mit mittelalterlichen Materialien hergestellt wurden. Zwei davon gehören zum Dokumentenwelterbe der UNESCO.

 

Oskar Palm ist der Einzige weltweit, der solche Bücher nach etwa 700 Jahren wieder mit der Dornentinte geschrieben hat. Reich verzierte Kopien mit Gedichten oder Sprüchen waren zur Ansicht ausgestellt und zum Verkauf angeboten. Der Erlös war für die Aktion Die Pfalz liest für den Dom bestimmt.

Zauberkunst, Comedy und Kabarett auf Saarländisch

Rudi Lauer erklärt die Welt

Mittwoch, 11. Januar 2017, 19.30 Uhr

Mit seiner unnachahmlichen Art, seinem Witz und Charme gewann Rudi Lauer das Publikum für sich. Er zauberte und erklärte im saarländischen Dialekt seine Sicht der Dinge. Dass er fast nebenbei noch kleine Wunder vollbrachte, ließ ihn eher kalt. "So isses halt…", meinte er. In seinem abendfüllenden Bühnenprogramm in der Weinstube Brennofen in Ilbesheim, Wildgasse 5, erzählte Lauer alles über den “Magischen Zirkus“ und ließ die Zuschauer ein wenig hinter die Kulissen des großen Showbusiness blicken. „Die schaffe a nur met Wasser“, lautete sein Fazit. Als er von seinen Urlaubserlebnissen berichtete, blieb kein Auge trocken. „Mir fahre jo jedes Johr no Italien. Do hann se uns schunn so viel geklaut, do kommts uff de Rescht a nimmie an.“ Lauer liebt es, die Zuschauer direkt anzusprechen, sie ins Geschehen einzubinden. Er erzählte über die Zauberkunst, lästerte über Kollegen – „die losse immer es Bier veschwinne“– und bezeichnete den Magischen Zirkus als Selbsthilfegruppe, der er regelmäßig beiwohnen muss – „sunsch wersche jo bekloppt“. Lauer weihte die Zuschauer manchmal in die Geheimnisse seiner Zunft ein und täuschte am Ende doch alle. Spenden gingen an die Aktion Die Pfalz liest für den Dom.

Die Berichte über die Ereignisse und Veranstaltungen zur Aktion Die Pfalz liest für den Dom  des Jahres 2016 werden derzeit überarbeitet. Die Bilder und Texte aus 2016 werden Zug um Zug wieder freigeschaltet.

Feierstunde und Autorenlesung zum Auftakt

Lesen - ein wichtiges Instrument der Humanisierung unserer Gesellschaft - Aktion „Die Pfalz liest für den Dom“ offiziell gestartet

Samstag, 18. Juni 2016, 18.00 Uhr

Die Besucherinnen und Besucher der Feierstunde im Dom und der anschließenden Lesung im Historischen Museum waren sich einig: Das war ein faszinierender Auftakt zur Aktion „Die Pfalz liest für den Dom“. Einen gewichtigen Anteil daran hatte der renommierte deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu, der im Takt seiner Rezitation aus seinem Mammutwerk „Siebentürmeviertel“ die Zuhörer in seinen Bann zog. Mit der Veranstaltung am Samstag, 18. Juni 2016, wurde die Aktion „Die Pfalz liest für den Dom“ offiziell gestartet.

„Die Pfalz liest für den Dom“ ist eine Benefizaktion zur dauerhaften Erhaltung des Domes, initiiert von der Pfälzer Tageszeitung DIE RHEINPFALZ und der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer«. Mit der Feierstunde und der Lesung begannen DIE RHEINPFALZ und die »Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer« ihre fünfte gemeinsame Benefizaktion.

Feierstunde im Dom: „Eine Gesellschaft, die nicht liest, ist eine Gesellschaft, die nicht denkt.“

Dr. Georg Gölter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer«, sagte in seiner Ansprache, die Aktionen mit der RHEINPFALZ verdeutlichen genau das, was die Stiftung erreichen will, nämlich den Dom, das romanische Gotteshaus, zu den Menschen zu bringen, und umgekehrt, die Menschen zum Dom, dem sich die Stiftung verschrieben habe. Er dankte Michael Garthe und der RHEINPFALZ für die Zusammenarbeit.

Michael Garthe, Chefredakteur der Pfälzer Tageszeitung DIE RHEINPFALZ.
Dr. Georg Gölter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung.
Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer.
Alle Fotos: Klaus Landry

RHEINPFALZ-Chefredakteur Michael Garthe sagte bei der Feierstunde, dass es bei „Die Pfalz liest für den Dom“ um dreierlei gehe, „um das Lesen, um diesen Dom und um unsere Pfälzische Heimat“. Es sei eine große Aktion zur Leseförderung. Er zitierte dazu die verstorbene Kommunikationswissenschaftlerin und Publizistin Elisabeth Noelle-Neumann, die einmal gesagt hat: „Eine Gesellschaft, die nicht liest, ist eine Gesellschaft, die nicht denkt.“ Nichts fördere die Ausbildung des kindlichen Gehirns so sehr wie das Vorlesen und Lesen. Und nichts rege die Phantasie eines Menschen so an wie das Lesen. Die Kulturtechnik des Lesens sei ein überragend wichtiges Instrument der Humanisierung unserer Gesellschaft. „Ich glaube nicht, dass die Hooligans, die im Moment am Rande der Europameisterschaft alles tun, den Fußball und die Völkerverständigung  schwer zu beschädigen, je ein gutes Buch gelesen haben“, meinte Garthe. Lesen könne ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis sein. Deshalb kündigte er für den Welttag des Buches 2017 einen Simultan-Lesetag in der ganzen Pfalz an: „Also, am 23. April 2017 raus aus den Zimmern, weg vom Computer. Kommt zum gemeinsamen Lesen!

Veranstalter und Ehrengäste der Leseaktion. Unter ihnen Prof. Bernhard Vogel, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen a. D.

Der Dom sei das herausragende Denkmal unserer Heimat, führte Garthe in seiner Rede aus. Heimatbewusstsein stifte Identität. Eigene Identität sei Orientierungshilfe für das Leben. Eine eigene Identität könne aber nur entstehen im Gegenüber, im Vergleich mit anderen Menschen, Mannschaften, Regionen, Völkern, Nationen, Religionen. Wer sich abschotte, erfahre auf Dauer nicht mehr, was seine eigene Persönlichkeit ausmacht. Heimatliebe könne man erst dann richtig empfinden, wenn es andere gibt, denen man seine Heimat zeigen kann, und wenn man selbst bereit ist, deren Herkunft und Heimat zu respektieren. Deshalb schließen Heimatliebe und Fremdenhass einander aus.

Domkantor Joachim Weller an der Orgel und Wolfgang Basch, Trompete, gestalten die Feierstunde musikalisch.

Der Dom sei fast 1000 Jahre alt. Dass er so alt geworden und so jung geblieben ist, das sei den vielen Generationen von Menschen zu verdanken, die ihn nach Zerstörungen immer wieder aufbauten, ihn sanierten, die seine Substanz sicherten. „Die Pfalz liest für den Dom“ sei „eine Demonstration für das Lesen, für diesen wundervollen Dom und für unsere Heimat, die Pfalz. Demonstrieren Sie mit!“

Für den Hausherrn, das Domkapitel, begrüßte Karl-Ludwig Hundemer die Festversammlung, insbesondere Ministerpräsident a. D. Prof. Bernhard Vogel und den Landtagsabgeordneten Reinhard Oelbermann.

Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde von Domkantor Joachim Weller (Orgel), Speyer, und Wolfgang Basch (Trompete), Frankfurt.

Autorenlesung im Historischen Museum der Pfalz: „Sogar den Wind glaubte man zu spüren, der einem um die Ohren schlägt“             

Mit Feridun Zaimoglu, geboren 1964 in Bolu/Türkei, konnte ein renommierter Schriftsteller für die Auftaktveranstaltung gewonnen werden. Er wuchs als „Gastarbeiter-Kind“ in München, Bonn und Berlin auf. Seit 1984 ist er in Kiel zuhause. Er studierte dort Kunst und Humanmedizin, arbeitet als Schriftsteller, Maler, Dramatiker, Drehbuchautor und Kolumnist. Seinen Durchbruch erlebte er 1995 mit einem Buch, dessen Titel zu einem sprichwörtlichen Begriff geworden ist: „Kanak Sprak“, die kunstvollen Sprachprotokolle zorniger junger Migranten. Mit „Abschaum“ (1997) veröffentlichte Zaimoglu das Lebensprotokoll eines drogenabhängigen Kleinkriminellen, das später unter dem Titel „Kanak Attack“ verfilmt wurde. Mit dem vielgelobten Erzählband „Zwölf Gramm Glück“ gelang ihm 2004 der Schritt vom Kultautor zum anerkannten deutschen Schriftsteller. Ebenso wie in seinen Erzählungen geht es in Zaimoglus Romanen um die Suche nach dem Glück am Rande der Gesellschaft, um das Suchen und Finden von Beziehungen, von Heimat zwischen Deutschland und der Türkei. Zuletzt erschien 2015 der große Roman „Siebentürmeviertel“, der im Istanbul der 1930er und 1940er Jahre spielt. Das Buch, aus dem Zaimoglu bei der Eröffnungsveranstaltung las, erzählt die Geschichte eines Jungen, der mit seinem Vater vor den Nazis flüchtet und in einem armen Viertel Istanbuls ankommt.

Auftaktveranstaltung zur Aktion die "Pfalz liest für den Dom" am 18. Juni 2016 im Dom und Museum.
Autorenlesung von Feridun Zaimoglu (rechts) aus seinem jüngsten Buch "Siebentürmeviertel". Moderiert wurde die Lesung von ZDF-Kulturchef Werner von Bergen.

Zaimoglu wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. So erhielt er unter anderem den Ingeborg-Bachmann-Preis der Jury (2003), den Adelbert-von-Chamisso-Preis (2004), das Villa Massimo-Stipendium (2005), den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein (2006), den Belletristik-Corine-Preis (2008), sowie den Preis der Literaturhäuser (2012). 2015 wurde er mit dem Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis ausgezeichnet.

Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer bei der Autorenlesung im Historischen Museum der Pfalz.

Die Lesung wurde von Werner von Bergen moderiert. Er ist Verantwortlicher Redakteur der ZDF-Zentralredaktion Kultur, Geschichte und Wissenschaft. Er leitet unter anderem die Philosophiesendung „Precht“ mit Richard David Precht, sowie Dokumentationsreihen wie „Böse Bauten“ und die Live-Übertragung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Von Bergen ist Juryvorsitzender des Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreises. Er ist zudem zuständig für kulturelle Sonderprojekte und Medienkooperationen, unter anderem zugunsten des Kaiserdoms zu Speyer und vertritt das ZDF in zahlreichen Kultur-Gremien.

Über die Lesung schrieb Ariane Martin in der RHEINPFALZ vom 20. Juni 2016: „Die zahlreichen Gäste waren hingerissen von dem freundlichen und bescheidenen Mann, dessen Erzählweise in den Ohren klingt wie eine Fahrt im Karussell. Sogar den Wind glaubte man zu spüren, der einem dabei um die Ohren schlägt. Aufregend, rasant und in jeder Sekunde bestrebt, das Interesse der Zuhörer um keinen Preis zu verlieren, sang und deklamierte, schmeichelte und ermahnte die Stimme des Erzählers.“

Weiter heißt es in den Text: „Zaimoglu zeigt, wie es gewesen sein mag für die deutschen Flüchtlinge in einer völlig fremden Kultur, die zu jener Zeit überzuquellen drohte von Vorurteilen, religiösem Eifer, Aberglaube und der Lust, dem Fremden eine Identität aufzudrücken. Als habe man als etablierte Kultur darauf ein Recht, den Fremden einen Platz zuzuweisen, um hinterher mit Schuld und Gewissen zu spielen.“

Chefredakteur Michael Garthe schrieb am gleichen Tag an anderer Stelle: „Feridun Zaimoglu ist ein Vorleser von Gnaden. Mit seiner Stimme und seiner Gestik macht er seinen Roman zur sinfonischen Dichtung. Ja, es gibt eine Melodie des Lesens. Zaimoglu lehrt sie uns … Feridun Zaimoglu ist ein Meister der deutschen Sprache. Welch eine Bereicherung für unsere Kultur und welch ein faszinierender Auftakt für „Die Pfalz liest für den Dom“.

»Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer«

Kleine Pfaffengasse 21 (Historischer Judenhof)
67346 Speyer

Telefon: 06232 / 102-397 (Mo bis Do 9.00 - 12.00 Uhr)
Telefax: 06232 / 102-352

E-Mail: stiftung-kaiserdom@bistum-speyer.de
Internet: www.stiftung-kaiserdom.de

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